Schüler fragen & Lehrer antworten

Janne Henning aus der 5f wollte wissen:

„Haben Lehrer in den Ferien Freizeit und müssen nichts für die Schule vorbereiten?“

Herr Schultes antwortete darauf:

Klar! Selbstverständlich! Würden wir sonst diesen Beruf ausüben? Am letzten Schultag landet die Schultasche unter dem Schreibtisch, und wird genauso am ersten Schultag nach den Ferien wieder aufgenommen, mit etwas mehr Staub bedeckt. Ärgerlich ist nur, dass wir auf die teuren Hauptsaisonzeiten angewiesen sind. Deswegen müssen wir auch so irre viel verdienen, 6 Wochen Urlaub wollen finanziert sein.

Na gut, Ironie Ende.

Im Ernst:

Auch wir Lehrkräfte machen Ferien, abschalten, erholen, andere Gedanken haben, Freizeit, Familie; alles, was oft etwas leidet im Tagesgeschäft.
Offiziell werden die Ferien ganz mit Absicht „unterrichtsfreie Zeit“ genannt, und damit kommen wir der Sache schon näher. In diesen Zeiten korrigiert man die drei noch vor den Ferien geschriebenen Klausuren, hat noch eine Facharbeit auf dem Rechner und Zensurenabgabe winkt ja auch nach den Ferien. Also ran an die Beurteilungen! Wenn das abgearbeitet ist, und von den Ferien noch was übrig sein sollte, kommen die Unterrichtsplanungen dran.

Denn im laufenden Geschäft ist daran nicht mehr zu denken. Der planende Mensch tut also gut daran, die Konzeptionen vorher zurechtgelegt zu haben. Aber Schule hört beim Unterrichten noch lange nicht auf, oft hat man noch weitere Aufgaben wie eine Fachschaftsleitung, eine Arbeitsgruppe, Sammlung pflegen, Klassenlehreraufgaben wahrnehmen oder die nächste Klassenfahrt organisieren. Auch das erledigt man oft in dieser unterrichtsfreien Zeit.
Die Schwierigkeit ist eher – und daher die Frage falsch gestellt – die Freizeit von den Berufspflichten zu trennen. Oft schwingt das Schulische auch diese Ferienzeiten hindurch mit, abschalten und sich zu Ferien zwingen ist manchmal durchaus problematisch. Lehrkräfte haben eben nie Feierabend.

Zur Illustration vielleicht eine kleine Anekdote:

Mein Sohn kommt ins Wohnzimmer, schaltet das Licht ein und erschrickt sich:

„Mann, Papa, was sitzt du denn hier im Dunkeln?“
„Ich denke, dazu brauche ich kein Licht.“
„Was denkst du denn so Wichtiges?“
„Wie ich morgen die Destillation machen soll, ist ja alles nicht so
einfach, und die Zeit kneift auch, das will alles wohl bedacht sein.“
„Papa, jetzt komm mal runter, wir haben 22 Uhr!“

So ähnlich ist das – auch in den Ferien. Man sieht es nur oftmals nicht.